Gleich im Umfeld von Schloss Ortenburg wird sichtbar, dass sich hier was tut: eine neue Tribüne im Schlosshang, der Fußweg hinauf zum Schloss und die Planungen zum Pomeranzenhaus – „hier bewegt sich einiges. Damit wird das Schloss Ortenburg mehr und mehr zu einem herausragenden Veranstaltungsort, der Kultur, Geschichte und Tradition aufleben lässt“, bemerkt MdL Stefan Meyer bei einem Besuch der Marktgemeinde samt Austausch mit Bürgermeister Stefan Lang.
Letzterer hat sich viel Zeit genommen, um gemeinsam mit Alfons Niederhofer, dem Kulturbeauftragten von Ortenburg sowie Vorsitzendem des Schloss-Förderkreises, und Rosemarie Berger von der Volkshochschule (VHS) in Stadt und Landkreis Passau, den CSU-Abgeordneten mit auf eine Zeitreise ins Mittelalter zu nehmen – hier beginnt die Geschichte des Schlosses.
Ursprünglich erbaut wurde das Schloss um 1120, etwa 70 Jahre später bereits wieder zerstört, wurde es im 16. Jahrhundert in der heutigen Form wieder aufgebaut. „Der stimmungsvolle Schlossinnenhof, die prächtigen Arkaden, die Renaissance-Holzdecke in der Kapelle – das Schloss ist voll von herausragenden Sehenswürdigkeiten, die in ihrer Ausgeprägtheit und dem wunderbar erhaltenen Zustand, ein Spiegel der Historie sind“, nimmt Bürgermeister Stefan Lang gleich vorweg.
Erst seit knapp sieben Jahren, seit 2019, befindet sich das Schloss im Besitz der Gemeinde Ortenburg. „Gemeinsam haben wir hier mit unseren Partnern, der evangelischen Kirche, mit den Europäischen Wochen, Millennium Visions, der VHS und dem Förderkreis Bereich Schloss Ortenburg, ein zugeschnittenes öffentliches Nutzungskonzept erarbeitet, das uns eine wirtschaftliche Nutzung ermöglicht – der Dank gilt an vorderster Stelle aber der Regierung von Niederbayern, die sämtliche Maßnahmen, auch den Kauf, mit einer 80-prozentigen Förderung, überhaupt erst möglich gemacht hat“, so Lang. So wird das Schloss heute unter anderem durch die zahlreichen Kurse, darunter jährlich rund 400 Sprach-, Kultur- und Freizeitangebote, der VHS belebt.
„Das Waffenzimmer ist heute ein Unterrichtsraum“, zeigt der Bürgermeister bei einer Führung durch die prächtigen Räumlichkeiten und verweist in diesem Zusammenhang auf erste Umbaumaßnahmen, wie die Installation eines Fahrstuhls, Sanierungsmaßnahmen der sanitären Anlagen, der Gaststätte und diverser Seminarräume.
Damit nicht genug: In einem zweiten Bauabschnitt sollen weiter das Dach und die Fenster in Angriff genommen werden, ab 2028 dann weitere Säle im Innenbereich sowie die Museumserweiterung. „Zunächst geht es noch um die Errichtung der Tribüne im Außenbereich für Veranstaltungen und das Pomeranzenhaus – wichtig ist für uns, die gesamte Einrichtung zu beleben und den Menschen aus der gesamten Region nahe zu bringen. Natürlich immer mit dem entsprechenden Blick auf die Wirtschaftlichkeit“, so Lang. Mit rund 6.000 Besuchern im Jahr gehört das Schloss Ortenburg dabei schon heute zu den am stärksten besuchten nicht-staatlichen Museen Bayerns. „Eines der wichtigsten Kulturdenkmäler im Freistaat“, verweist Alfons Niederhofer weiter auf den geschichtlich bedeutsamen Kontext des Schlosses der einstigen Reichsgrafen zu Ortenburg.
Ein kurzer Rundgang durch das Museum mit Blicken in frühere Schlafzimmer, die Folterkammer, das Casimir-Zimmer, die Glaserei oder auch das Totenkammerl haben den Besuch des Schlosses abgerundet und dem Abgeordneten ausgiebige Einblicke gewährt. „Der Erhalt ist nicht zuletzt mit den vielfältigen Kursen der VHS, in Kombination mit den vielen kulturellen Veranstaltungen, ein echter Mehrwert für die gesamte Region. Hinter solch einem Kulturgut müssen engagierten Menschen stehen, mit einer Leidenschaft für Geschichte, Kultur und Tradition – vielen Dank für Euren Einsatz“, so MdL Meyer abschließend.
