Wenn Heilung nicht mehr möglich ist

CSU-Abgeordnete tauschen sich mit Mitarbeitenden des PalliativTeams Passau zur ambulante Palliativ-Versorgung aus

15.06.2026 | Stefanie Starke | Landkreis Passau/Markt Fürstenzell
Foto (Stefanie Starke): (v. l.) MdL Josef Heisl, Dr. Wolfgang Gion, Roland Fuchs, Andrea Schepke, Julia Schlosser, Thomas Thieringer und MdL Stefan Meyer.
Foto (Stefanie Starke): (v. l.) MdL Josef Heisl, Dr. Wolfgang Gion, Roland Fuchs, Andrea Schepke, Julia Schlosser, Thomas Thieringer und MdL Stefan Meyer.

„Wir beschäftigen uns mit dem Lebensende, wollen Beschwerden lindern und da sein – nicht nur für die Patienten, sondern auch für die Angehörigen“, erklärt Thomas Thieringer, Geschäftsführer und Palliativ-Care-Pflegekraft der PalliativTeam Passau gGmbH in Fürstenzell.

 

Ende letzten Jahres hat der ambulante Versorgungsdienst seine Arbeit aufgenommen. Im persönlichen Austausch war es den Landtagsabgeordneten Josef Heisl und Stefan Meyer ein wichtiges Anliegen, sich zur Arbeit des spezialisierten Dienstes auszutauschen. Das Palliativ-Team Passau begleitet schwerstkranke und sterbende Menschen in und durch die letzten Lebenstage bis zum Tod – ambulant, also in der vertrauten Umgebung der Patienten. „Die Menschen werden dank der modernen Medizin älter und damit häufig auch kränker. Das bedeutet, dass die Sterbebegleitung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Immer mehr Menschen, benötigen unsere Unterstützung, wenn eine Heilung eben nicht mehr möglich ist“, betont Dr. Wolfgang Gion, Ärztlicher Leiter des PalliativTeams Passau. „Ob Demenz, Krebs, Diabetes oder Herzinsuffizienz – mit zunehmendem Alter treten zahlreiche Erkrankungen auf, die insbesondere gegen Ende des Lebens palliativ-medizinischer Behandlung bedürfen. Das ist nicht nur eine belastende Situation für die Betroffenen selbst, sondern auch für die Angehörigen“, weiß der Palliativmediziner. 
 
Das PalliativTeam Passau ist in Stadt und Landkreis Passau aktiv und begleitet derzeit rund 30 Patienten auf ihrem letzten Weg – manchmal nur wenige Tage, oftmals über mehrere Wochen oder wenige Monate. „Wir wollen einfach die Menschen unterstützen – da sein – dabei geht es um die medikamentöse Versorgung, aber auch um pflegerische Maßnahmen“, gibt die Leitung Einblick in die Arbeit. Für jeden Patienten werden individuelle Notfallpläne erarbeitet. Sämtliche beteiligten Institutionen, wie Haus- und Fachärzte, Pflegeheime und Kliniken, werden informiert und miteingebunden. „Indem wir für die Betroffenen rund um die Uhr erreichbar sind, können wir Hausärzte entlasten und die Alarmierung von Notdiensten überflüssig machen“, so der Mediziner. Dabei gehe es vor allem um eine Begleitung mit Würde, menschlicher Nähe und hoher Qualität. „Der Fokus liegt dabei stets auf der Lebensqualität der Menschen – darauf, sie zu er-halten und, wo möglich, zu verbessern, indem wir Leiden lindern und ein Stück weit Sicherheit vermitteln“, sagt Thomas Thieringer.
 
Eine Palliativbegleitung stellt besondere Anforderungen an die pflegerischen und ärztlichen Tätigkeiten. „Wir sind alle sehr gut ausgebildet. Für mich war die Weiterbildung zum Palliativmediziner die wertvollste in meinem Medizinleben. Ich denke, wir sind ein sehr spezielles Team und funktionieren deswegen auch so gut“, weiß der Ärztliche Leiter. Das 15-köpfige Team bildet sich kontinuierlich fort und nimmt regelmäßig an Supervisionen teil, um die oft belastenden Herausforderungen der Arbeit professionell bewältigen zu können. „Beeindruckend, was hier ge-leistet wird“, so MdL Josef Heisl. Und auch MdL Stefan Meyer kann als Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bayerischen Landtags nur bestätigen, dass der Arbeitskreis Gesundheit der CSU-Landtagsfraktion für eine Stärkung von Hospiz- und Palliativstrukturen in Bayern steht.