Es war Senior-Metzgermeister Hans Höchtl ein dringendes Anliegen dem CSU-Landtagsabgeordneten Stefan Meyer sämtliche Anliegen direkt und ungeschönt mit auf den Weg nach München zu geben.
„Vor lauter Bürokratie kommt man gar nicht mehr zur eigentlichen Arbeit“, beklagt der Metzgermeister die wachsende bürokratische Last im Unternehmeralltag bei einem Besuch des Abgeordneten, gemeinsam mit der Pockinger Kreis- und Stadträtin Gerlinde Kaupa und Stadtrat Ernst Geislberger-Schießleder.Ob die Verpflichtung zur täglichen Temperaturaufzeichnung, die standardisierten Abfragen zu Umsatz, Produktionsmengen sowie Angaben zu Investitionen in Umwelt-, Klima- und Energieaspekte gegenüber dem Bundesamt für Statistik, oder auch sämtliche Meldungen zu Arbeitsstunden an die Berufsgenossenschaft – „theoretisch müssten wir sämtliche Lohnabrechnungen einzeln auswerten. Warum reicht hier nicht die Angabe der Lohnsumme“, moniert der Seniorchef der Traditionsmetzgerei im Stadtzentrum von Pocking. Auch die Probenahmen und Kontrollen im Zuge der Lebenssicherheit seien grundlegend natürlich nötig, deren Dokumentation jedoch unverhältnismäßig aufwendig: „Beprobungen fallen mehrmals jährlich an und sind neben dem hohen Dokumentationsaufwand natürlich auch mit entsprechenden Kosten verbunden“, berichtet Höchtl. Messungen und Dokumentationspflicht für die Kühlraumtemperatur würden dabei sogar mehrmals täglich anstehen; einen hohen Aufwand bringe weiter die Führung der entsprechenden Reinigungspläne mit sich. „Genau genommen müsste ich allein für sämtliche Dokumentationsaufgaben eine eigens dafür bestellte Bürokraft einstellen – das geht doch irgendwann alles zu weit“, beklagt Höchtl und appelliert in diesem Zusammenhang für stärkere Entbürokratisierungsmaßnahmen im Metzgerhandwerk.
Ein Anliegen, dass MdL Stefan Meyer gerne aufgreift. „Wir sind hier dran. Nur kommen die bereits vollzogenen Maßnahmen kaum beim Bürger an“, weiß der CSU-Landtagsabgeordnete und verweist in diesem Zusammenhang auf das Bayerische Modernisierungsgesetz. Die Gesetzesinitiative der bayerischen Staatsregierung wird seit dem letzten Jahr sukzessive umgesetzt – mit dem Ziel,
unter anderem Förderprozesse zu entschlacken und Entscheidungsspielräume von Bürgern und Unternehmen zu vergrößern. „Rund 700 Einzelmaßnahmen wurden bislang entbürokratisiert. Das klingt erstmal recht viel, aber schlägt sich im Einzelnen noch kaum nieder“, so Meyer weiter.
Die Anliegen des Metzgermeisters werde er dahingehend nach München mitnehmen und umgehend an den Beauftragten für Bürokratieabbau der Bayerischen Staatsregierung, Walter Nussel, weitergeben. Ebenso werde er seinen MdL-Kollegen Andreas Kaufmann aus dem Allgäu, selbst gelernter Metzgermeister, entsprechend einbinden. „Es geht hier um weit mehr als weniger Dokumentationsaufwand – am Ende geht es um eine Attraktivitätssteigerung des Handwerks insgesamt“, weiß der CSU-Landtagsabgeordnete um den dringenden Handlungsbedarf. „Hygienevorschriften ja, aber unnütze überbordende Bürokratie gilt es weiter abzubauen, sodass die Traditionsmetzgerei Höchtl, die bereits in der vierten Generation geführt wird, weiter bestehen kann“, betont auch Kreisrätin Gerlinde Kaupa.
