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Biogasanlagenbetreiber wünschen sich Planungssicherheit

CSU-Abgeordneten Heisl, Meyer und Koller besuchen Biogasanlage in Tittling 

Tittling/Landkreis Passau, 01.10.2026, 10:45 Uhr | Stefanie Starke

Biogasanlagenbetreiber Gerhard Bauer aus Tittling hatte die geballte CSU-Abgeordnetenriege auf seinen Hof geladen, um die dringenden Anliegen von Biogasanlagenbetreiber an die Politik heranzutragen. „Von der Praxis direkt an die Politik. Ich möchte vor Ort schildern, wie wir arbeiten und Einblick gewähren, damit nachvollziehbar wird, worum es uns geht“, betont Biogasanlagenbetreiber Gerhard Bauer und dankt für die Zeit und das Interesse von MdB Hans Koller, MdL Josef Heisl und MdL Stefan Meyer.

Foto (Stefanie Starke): (v. r.) MdL Stefan Meyer, MdL Josef Heisl, Markus Bäuml (Fachreferent, Fachverband Biogas e.V.), Biogasanlagenbetreiber Gerhard Bauer, Biogasanlagenbetreiber Ludwig Scheugenpflug, MdB Hans Koller, Sebastian Altmann (RegionalgruppenFoto (Stefanie Starke): (v. r.) MdL Stefan Meyer, MdL Josef Heisl, Markus Bäuml (Fachreferent, Fachverband Biogas e.V.), Biogasanlagenbetreiber Gerhard Bauer, Biogasanlagenbetreiber Ludwig Scheugenpflug, MdB Hans Koller, Sebastian Altmann (Regionalgruppen

Bei einer Führung über sein Betriebsgelände hat Gerhard Bauer gemeinsam mit seinem Sohn Philipp, weiteren Biogasanlagenbetreibern und Vertretern des Fachverbandes Biogas e.V. einen Appell für verlässliche Rahmenbedingungen und Bürokratieabbau vermittelt und Biogas als eine Schlüsseltechnologie der Energie-wende vorgestellt.

„Es geht uns vor allem auch um die Zukunft der Bioenergie bei uns in der Region, gerade vor dem Hintergrund des anstehenden Wegfalls der EEG-Förderung“, beklagt er den derzeitigen politischen Stellenwert von Biogas als Energieträger. „Der große Vorteil von Biogas wird einfach unterschlagen: Anders als Wind und Sonne, ist Biogas regel- und speicherbar“, betont Gerhard Bauer bei einem Rundgang über seinen Hof, der mittlerweile alles andere als ein gewöhnlicher Landwirtschaftsbetrieb ist: Nachdem im Jahr 1998 ein Hofbrand einen vollständigen Neuaufbau der Landwirtschaft erzwungen hatte, entschied sich die Familie Bauer für einen neuen Weg: „Wir haben den Stall neu gebaut, eine Hackschnitzelheizung installiert und im Jahr 2005 ein erstes Pflanzenöl-Blockheizkraftwerk als Grundstein der betrieblichen Energieversorgung gebaut. Drei Jahre später ging dann unsere erste Biogasanlage in Betrieb“, erzählt Bauer. Seitdem erzeugt der Betrieb erneuerbaren Strom mit einer installierten Leistung von 950 Kilowatt. „Elf Haushalte und Unternehmen in nächster Umgebung werden über ein lokales Wärmenetz versorgt. Auf unseren Dächern erzeugen 600 Kilowatt Photovoltaik weiteren Solarstrom, ein Wärmespeicher sichert dabei die ganzjährige Wärmeversorgung – auch im Winter.“ 

Seit 2014 vermarktet die Familie Bauer den erzeugten Strom direkt am Markt und hat die Anlage in Teilen bereits auf flexible Einspeisung umgerüstet – eine kostspielige, aber notwendige Investition. In den vergangenen Jahren hat Gerhard Bauer viel Geld in seinen Standort investiert und für die nächsten Schritte steht ein weiterer Investitionsbedarf an. „Unsere Maschinen und die gesamte Infrastruktur stammen dabei fast ausschließlich aus Deutschland, größtenteils aus Bayern und mehrere Bauteile der Biogasanlage sogar direkt aus dem Landkreis Passau. Die regionale Wertschöpfung funktioniert – das stärkt die gesamte Region“, ist Bauer überzeugt.

„Biogas entsteht durch die Vergärung organischer Stoffe. Im Fermenter, einem rund 40 Grad beheizten Behälter, werden nachwachsende Rohstoffe eingebracht und kontinuierlich gerührt. Die entstehenden Gase werden aufgefangen und gezielt zur Strom- und Wärmeerzeugung in einem Blockheizkraftwerk genutzt“, erklärt der Landwirt nochmals das Procedere. Das Besondere: Die Energieerzeugung erfolgt dabei bedarfsgerecht, flexibel und unabhängig von Tageszeit oder Wetterlage. „Damit ist Biogas einer der wenigen erneuerbaren Energieträger, der aktiv regel- und speicherbar ist. Und das Ausgangsmaterial wächst nach“, betont auch Sebastian Altmann, Regionalgruppensprecher vom Fachverband Biogas e.V..

Für viele Biogasanlagenbetreiber laufe die zwanzigjährige EEG-Förderung zeitnah aus. Damit steht eine ganze Generation von Anlagen vor der Frage: Weiterbetrieb oder Rückbau? MdL Josef Heisl machte beim Ortstermin deutlich, was für ihn auf dem Spiel steht: „Was wir hier in Tittling sehen, ist unternehmerischer Mut. Sie haben über Jahrzehnte investiert, Risiken getragen und Verantwortung für seine Region übernommen.“ Auch MdB Hans Koller ist überzeugt: „Derartige Betriebe dürfen wir nicht durch fehlende Perspektiven ausgebremst werden. Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, damit diese Anlagen weiterlaufen können. Denn die flexiblen An-lagen sind nicht Vergangenheit, sie sind neben Wind und Sonne, die Zukunft." Neben den energiepolitischen Konsequenzen hob MdL Stefan Meyer auch die wirtschaftliche Bedeutung für die Region hervor: „Das Geld, das hier in erneuerbare Energie investiert wird, bleibt in der Region. Es geht an bayerische Maschinenbauer, an Handwerksbetriebe im Landkreis, an lokale Unternehmen. Das ist gelebte regionale Wertschöpfung.“ Gerhard Bauer geht es bei künftigen Investitionen weniger um Ausbau, als um die Möglichkeit, künftig noch flexibler einspeisen zu können: „Erneuerbar ist der richtige Weg. Ich lebe dafür und bin überzeugt davon. Wir dürfen solche Anlagen nicht sterben lassen." Die Abgeordneten sind sich einig: Biogasanlagen wie die in Tittling sind ein unverzichtbarer Baustein der Energiewende – regional verwurzelt, technologisch ausgereift und wirtschaftlich bedeutsam.